History

Musical History

Meine musikalische Biographie reicht zurück bis in die 50er Jahre, wo ich als 5jähriger unterm Tannenbaum meine Familie mit meiner Singstimme entzückte. Viel Lob bekam ich auch anschließend in den ersten Schulklassen, im kleinen Chor der Messdiener und danach im Schulchor des Neuwieder Gymnasiums, wo unser Musiklehrer Hans Schreiber einen tiefen Eindruck bei mir hinterließ.

Er kam aus dem Dresdner Kreuzchor, leitete neben dem vierstimmigen Chor auch das Schulorchester und eröffnete mir mit der Aufführung der „Carmina Burana“ und weiterer klassischer Werke eine neue musikalische Dimension. Dabei stellte ich fest, wie leicht ich mir Melodien merken konnte. Wäre ich damals musikalisch gefördert worden, hätte ich es vielleicht zum Profi gebracht.

Als der Stimmbruch einsetzte, musste ich den Chor verlassen, aber die Liebe zum mehrstimmigen Gesang beflügelte mich auch weiterhin – und das bis heute.

 

Teenie Ära

Zum Beginn der 60er Jahre begeisterten mich die Top Hits aus den USA, Elvis, Everly Brothers, Johnny and the Hurricanes, Neil Sedaka. Aber dann hörte ich den Gitarrensound von Duane Eddy und den „Shadows, besorgte Schallplatten und beschloss, Gitarre zu lernen. Mit zwölf bekam ich eine Wandergitarre und hatte Glück, eine Gitarrenschule aufzutreiben, in der die wichtigsten Griffe zur Liedbegleitung als Tabulatur dargestellt wurden. Da es in meinem Geburtsort Leutesdorf, einem kleinen Weinort am Mitterhein, keinen Gitarrenlehrer gab, versuchte ich es als Autodidakt und war glücklich, bald alle gängigen Wanderlieder im Pfadfinderlager auf der Klampfe begleiten zu können. Daneben übte ich die neuesten Hits und sobald sich meine Stimme stabilisiert hatte, nahm ich das Singen wieder auf.

Mit Sechzehn schuftete ich in den Weinbergen für meine erste E-Gitarre, die ich noch ans Familienradio anschloss. Richtige Gitarrenverstärker waren selten und teuer, aber im „Schuppen“ in Andernach gastierte eine Gitarrenband und erlaubte mir bei einem Gesangswettbewerb einen ihrer Verstärker zu benutzen und den Song „Shaila“ von Tommy Roe zu performen, mit dem ich den ersten Preis errang. Ein fantastischer Image-Gewinn.

Shaila (aufgenommen mit „Little Wing“)

 

Das Jahr 1963 war für mich musikalisch eins der bedeutsamsten. Neben neuen Klängen aus den USA wie den „Four Seasons“, „Beach Boys“ oder dem neu entstandenen „Motown“-Sound der frühen „Supremes“ kamen im Abendprogramm von Radio Luxemburg zunehmend englische Bands zum Zuge, bei denen die „Beatles“ bald alle übertrafen und die „Beatlemania“ auslösten.

Die Songs nachzuspielen machte mir weniger Schwierigkeiten, als das Heraushören der Songtexte, wo man die Nadel des Plattenspielers immer wieder auf dieselbe Stelle setzte, ohne den Text herauszufinden und sich am Ende ein abenteuerliches Kauderwelsch zusammen reimte, das sich irgendwie englisch anhörte. Doch ich hatte das Glück, in einer Jugendherberge ein hübsches englisches Mädel kennen zu lernen, die mich eine Zeit lang treu mit Songtexten versorgte und mich nach England einlud. Nun konnte ich ein regelrechtes Repertoire einüben, das ich im folgenden Jahr den Jungs einer Band aus dem Nachtbardorf Rheinbrohl vorspielte, als sie einen Gitarre spielenden Sänger suchten und auf mich gestoßen waren. Mein Beitrag wurde enthusiastisch angenommen, der Bandname in „The Thunderbirds“ umbenannt. Ein fähiger Leadgitarrist kam hinzu und bald konnte sich die Band vor Auftritten und Engagements kaum retten.

 

Die Ära der Thunderbirds (1964-67)

1964 und auch im folgenden Jahr pilgerte ich auf eigene Faust durch England und Schottland und wurde von dem neu angesagten Rhythm and Blues Sound infiziert, der bald ein Markenzeichen der „Thunderbirds“ wurde.

Wir spielten mehr oder weniger die ganzen Jahre hindurch jeden Freitag, Samstag und Sonntag bis 24 Uhr. Sonntags begannen wir bereits um 16 Uhr – ein richtiges Marathon. Bei so viel Routine wurden wir spielerisch immer besser, sodass wir unseren englischen Vorbildern, den frühen „Stones“, „Kinks“ und „Animals“ bald das Wasser reichen konnten. Wir spielten auf zahlreichen Jugendbällen sowie in allen damaligen Beat Clubs zwischen Koblenz und Bonn, und wäre nicht der Bund und der Berufseinstieg gewesen, wären wir vielleicht Profis geworden. So aber verliebte ich mich, heiratete bald und versuchte, ein bürgerliches Leben zu leben. Doch die Zeichen standen auf Umbruch.

Die folgenden Mitschnitte wurden 1966 mit einem kleinen Grundig Tonbandgerät im Hille Bille Keller in Weißenthurm aufgenommen.

 

Die Hippie Ära

Bevor diese traumhafte Welle verebbte, wollte ich noch auf ihr surfen, wurde zum Traveler, durchquerte zusammen mit meiner Frau Rosemarie im Hippie Outfit, in einem klapprigen VW Bus die Sahara, bis wir am Ende im Dschungel von Kamerun strandeten. Während dieses langen Trips saugte ich mich voll mit afrikanischen Rhythmen und Gesängen, die mich bis heute musikalisch beeinflussen.

Danach lebten wir in einer WG und machten uns dann auf zu einer Reise quer durch Kanada und schließlich die Westcoast hinunter bis nach Mexiko.

Zum Beginn der Reise hatte ich mir in New York eine erstklassige Westerngitarre zugelegt, eine „GUILD D40“ mit einem breiten voluminösen Klang, die mich bis heute begleitet.

Es war eine Zeit, wo es hip war, im Kreis zusammen zu hocken, die Klampfen und die Bongo Trommeln auszupacken und zu jammen bis in den siebenten Himmel. Als die Musik in den Siebzigern gnadenlos abhob und sich die Virtuosen und Supergruppen gegenseitig übertrafen, reihte ich mich bei den Singer-Songwritern ein und stellte bald fest, dass ich auf diese Weise sehr gut meine Gefühle ausdrücken und andere Menschen begeistern konnte. Dann packte mich der mehrstimmige Gesang. 1978 gründete ich meinen ersten Chor, der sich „Menschenkinder“ nannte, ein früher Vorläufer der heutigen „Great Spirit Singers“.

 

Neue Deutsche Welle

Als Singer Songwriter erhielt ich in den frühen Achtzigerjahren einen weiteren Schub. Die aufkommende Neue Deutsche Welle entsprach meinem rebellischen Naturell, aber ich hatte Schwierigkeiten, in der Provinz die richtigen Musiker zu finden und länger bei der Stange zu halten. Dennoch gab es mit den Bands „Ural“ und der „Lennard Bruch AG“ eine Reihe schöner Auftritte, an die man gerne zurückdenkt.

Meine Songs waren ironisch, witzig und gesellschaftskritisch. Sie kamen fetzig rüber und der Top Titel „Der Politiker“ wurde auf eine Single gepresst, die im Radio gespielt wurde.

 

Musical „Night in The City“

1983 freundete ich mich mit einem portugiesischen Pantomimen an. Gemeinsam entwickelten wir die Idee zu einem Musical, in dem er, seine Frau und deren Freundin die Handlung pantomimisch darstellten. Ich warb neue Musiker an und komponierte unter dem Titel „Night in the City“ ein Programm von fantasievollen Pop Songs, die den Handlungsablauf darstellten und musikalisch untermalten. Die Gruppe nannten wir „Top Occasion“, doch nach einem furiosen Debut in der Stadthalle Ibbenbüren und anschließender Tour nach Portugal, wo ich den wohl schönsten Auftritt meines Lebens hatte, war der Traum bald ausgeträumt.

Das Pantomimen-Pärchen hatte sich hoffnungslos verkracht, der Gitarrist fiel wegen Krankheit aus und der Drummer erhielt ein besseres Angebot.

Ähnlich erging es mir in den folgenden Jahren mit zwei weiteren Bands, sodass ich das Songschreiben allmählich hinten an stellte. Dennoch reichte mein neues Material für ein Programm mit deutschen Texten, mit dem ich zusammen mit meiner Frau durch die Region tingelte.

1986 nahm ich einige meiner Songs mit verschiedenen Formationen auf u.a. mit einer namenlosen Girls Group, die ich in dieser kleinen Auswahl an den Anfang stellen möchte.

Ready for a Miracle

 

Timebomb in a Suitcase

 

Jet-Child

 

Rosalie

 

Little Wing„, Bandname

Anfang der Neunziger Jahre sollte die Musik der Sechziger noch einmal aufleben, die ich nach wie vor gerne spielte. Die Band „Little Wing“ brachte musikalisch und gesanglich alles mit um das breite Spektrum zwischen „Everly Brothers“ und „Jimi Hendrix“ abzudecken und gab mir Gelegenheit, auf der Bühne mal wieder ordentlich auszupacken. Am meisten Spaß machte mir der dreistimmige Gesang von „Crosby, Stills and Nash“, den wir in annehmbarer Form coverten und der mich wieder zu eigenen Stücken, hauptsächlich in englischer Sprache, inspirierte. Hinzu kamen einige Raps Persiflagen, darunter der „Hut Rap“ und „Der Agent“, der zum internen Renner wurde.

„When You Dance“, mit Lucki Geller, Bubi Bertram und Micha Koch

 

Batida De Samba

Gleichzeitig war ich einer der Mitbegründer der von dem bekannten Pekussionisten Jürgen Schuld initiierten Samba Percussion Gruppe „Batida De Samba“, einer Formation mit globalem Flair, die bis heute besteht und sich großer Beliebtheit in meiner Heimatstadt Sinzig und darüber hinaus erfreut. Wir gehörten zu den ersten Samba Gruppen in Deutschland und machten in den ersten Jahren regelrecht Furore. An Wochenenden marschierten wir in Karnevalszügen, auf Umwelt Demos und Musiker Meetings in Köln, Düsseldorf, Münster, Bremen, Saarbrücken und Coburg und schafften es sogar bis nach Paris und Cherbourg an die Französische Atlantikküste. Bei „Batida de Samba“ lernte ich neben Trommeltechniken auch eine Menge über Rhythmen, was mir bei künftigen musikalischen Aktivitäten sehr zugute kam.

Als Sänger/Frontman musste ich darüber hinaus eine Reihe von afro-brasilianischen Songtexten lernen und stilecht rüber bringen, was mir einen Heidenspaß machte und viel Lob von brasilianischen Zuhörern einbrachte.

Das Singen in exotischen Sprachen wurde danach zum festen Bestandteil meines gesanglichen Ausdrucks.

 

Visionssuche

Nachdem die meisten Gründungsmitglieder, allesamt aktive Musiker, „Batida de Samba“ verlassen hatten, nahm auch ich meinen Hut und ging zunächst auf Visionssuche, lief über glühende Kohlen und schwitzte mir in indianischen Schwitzhütten die Seele aus dem Leib. Die im Dunkel der Schwitzhütte intonierten Gesänge bestachen dabei durch ihre musikalische Schlichtheit. Sie wurden in Englisch aber auch in verschiedenen Stammessprachen gesungen und erzeugten eine fast hypnotische Wirkung und Intensität, sodass sich etwas Unsagbares in mir öffnete, während ich als Adler die Welt umkreiste. Dabei wurde mir klar, dass ich mein musikalisches Talent für die Heilung der Erde einsetzen- und die Energie bündeln sollte. In der Folgezeit begann ich mit interessierten Leuten zu trommeln und Mantras aus verschiedenen Kulturkreisen zu singen.

 

Blackbyrd

Eine schöne Episode um die Jahrtausendwende erlebte ich mit dem Trio „Blackbyrd“, das mit einem Mix aus Oldies und eigenen Stücken auftrat. Als Beispiel einen Song, den ich für die Sängerin Alexandra Tschida komponierte.

Only Love Can Do It

 

Mantra Chor

2000 bezog ich mein jetziges Studio, lernte endlich Computer und begann zum ersten Mal in meinem Leben mit dem Notenschreiben.

Als erstes wollte ich die Mantras und Indianersongs mehrstimmig singen und gründete 2006 einen Mantra Chor, aus dem später die „Great Spirit Singers“ hervorgingen. Als große Hilfe erwies sich dabei die Arbeit mit einem digitalen Aufnahmeprogramm, wo ich leicht eine Gesangsstimme aufnehmen, korrigieren oder verbessern konnte, bis es am Ende so klang, wie ich es mir vorstellte. Die fertige Melodie konnte ich danach in Noten aufschreiben und meinen MitsängerInnen aushändigen – für mich ein echter Quantensprung.

 

Spirituelle Songs

Das Songschreiben ließ mich genauso wenig los wie das Bedürfnis, einen Anteil an der Heilung des Planeten zu leisten. So lag es nahe, Songtexte mit spirituellen Inhalten zu schreiben und gleichzeitig auch wieder gesellschaftskritische Töne anzuschlagen. Bis heute entstanden so 15 neue Titel für das Programm „Songs For One World“ der Great Spirit Singers, mit dem ich auch meine beiden musizierenden Söhne begeistern und zum Mitspielen und Singen animieren konnte. Mein älterer Sohn Arman ergänzte mein Gitarrenspiel und lieferte erstklassige Soli, mein jüngerer Sohn Baldur übertrug seine Schlagzeug Kenntnisse auf die Djembe und sorgte für einen stabilen Groove, sodass nun auch instrumentelle Parts komponiert und eingearbeitet werden konnten. Da meine Frau von Anfang an mitsang, bilden wir seither eine Familienband und könnten von daher die Chor Band ebenso „Moizisch Family And Friends“ nennen.

 

Sing Oldies

Angestoßen durch die TV Serie „Unsere Sechzigerjahre“, bei der ich als Protagonist über die „Thunderbirds“ berichten durfte, habe ich vor einigen Jahren wieder damit begonnen, mein Repertoire an Oldies aufzufrischen, um etliche schöne Titel zu erweitern und ein Programm mit einem kleinen Chor und Gitarrenbegleitung einzuüben.

Neue MitstreiterInnen sind herzlich willkommen.

 

Ausblick

Anfang 2017 feierte ich meinen unglaublichen 70sten, aber ich bin fit und blicke mit einiger Gelassenheit in eine ungewisse Zukunft, in der ich hoffentlich noch mehr lernen und verwirklichen werde.